Jagdgebrauchsprüfungen

Seit der Gründung im Jahre 1888 gilt der in der Satzung des DTK verankerte Grundsatz den Dackel mit einem formvollendeten Körper zu züchten, sein
ursprüngliches Wesen zu erhalten, seine jagdlichen Anlagen zu bewahren und zu fördern im Sinne tierschutzgerechter Achtung vor dem Geschöpf in der waidgerechten Jagd.

Warum Prüfungen ?

Die Prüfungen haben den Zweck, die jagdlichen Anlagen und Leistungen des Dackels nach den Regeln waidgerechter Jagd festzustellen, zu werten und zu pflegen.
Die hierbei gezeigten Leistungen werden im Zuchtbuch erfasst um die Auslese für die Zucht zu erleichtern.

Besondere Rasseeigenschaften sind:

Arbeit unter der Erde

Spurlaut

Schweißarbeit

Stöbern

Für die jagdliche Verwendung des Dackels sind außerdem die Gehorsamsfächer von Bedeutung.

Anlagenprüfungen

1.    Schussfestigkeit

Der Hund hat sich in freier Suche ca. 30 m vom Führer zu entfernen und soll    nach Abgabe von zwei Schrotschüssen keine Angstreaktion zeigen

2.    Wassertest

Der Hund soll nach Abgabe von zwei Schrotschüssen eine tote Ente ca. 8 m aus tiefem Wasser apportieren.
Der bestandene Wassertest gilt als Schussfestigkeitsprüfung

3.    Spurlautprüfung

Der Hund soll die Spur eines Hasen, den er nicht gesehen hat, aufnehmen und dieser lauthals folgen. Nase, Spurlaut, Spurwille und Spursicherheit werden in einem Feldrevier geprüft.

Jagdgebrauchsprüfungen

1.      Stöberprüfung

Der Hund soll eine geschlossene Waldparzelle mit dichtem Unterwuchs selbständig, ausdauernd und weit ausholend absuchen und beim Aufstöbern von Haarwild diesem lauthals folgen bis es das Treiben verlassen hat oder erlegt worden ist.

2.      Waldsuche

Der Hund soll unter Beweis stellen, dass er in der Lage ist das umstellte Waldstück weit ausholend, gründlich und ausdauernd, mit regelmäßigem Kontakt zum Führer, abzusuchen. Vorkommendes Wild ist in Bewegung zu bringen und lauthals zu jagen.

Bei beiden Prüfungen wird auch der Gehorsam bewertet, wie Führigkeit, Benehmen bei der Waldsuche, Ablegen und Schussruhe, sowie Benehmen am Stand beim Treiben.

3.      Stöbern im Jagdbetrieb

Dabei handelt es sich um eine Arbeit in der Jagdpraxis und wird nur ausschließlich einer Bewegungsjagd bewertet. Der Hund hat hier Dickungen und Bestände mit reichlich Unterwuchs nach Wild abzusuchen, es zu finden und zum Verlassen des Einstandes zu bringen.

4.      Schweißarbeit auf künstlicher Fährte

Der Hund hat in einem Waldrevier eine mindestens 1000 m lange, über Nacht stehende, getupfte oder getropfte schweißfährte mit drei Wundbetten und drei Haken zu arbeiten.

5.      Schweißarbeit mit Fährtenschuh

Der Hund hat in einem Waldrevier eine mindestens 1000 m lange, über Nacht stehende, mit dem Fährtenschuh getretene Wundfährte zu arbeiten. Im Fährtenverlauf befinden sich je zwei Bögen und Wundbetten, sowie drei bis vier Verweiserpunkte.

6.      erschwerte Schweißprüfung

Wie Nr. 4, jedoch muß die Fährte über zwei Nächte stehen.

7.      Schweißarbeit auf natürlicher Wundfährte

Die Nachsuche erfolgt mindestens 400 m am Riemen auf natürlicher Wundfährte. Das Stück muß zur Strecke kommen.

8.      Vielseitigkeitsprüfung

Sie ist die Meisterprüfung für unsere Jagdhunde. Sie gliedert sich in Schweißarbeit, Gehorsamsfächer, Stöbern und Spurlaut.

Bauarbeiten

1.      Eignungsbewertung am Kunstbau

Der Hund hat in eine Kunstbauanlage einzuschliefen, Hindernisse zu überwinden und den hinter Gittern abgeschieberten Fuchs zu finden und zu verbellen.

2.      Bewertung am Naturbau

Die Arbeit wird am befahrenen Naturbau durchgeführt.
Prüfungszeiträume, Zulassungsvoraussetzungen, Anzahl der Richter, sowie Details zu den einzelnen Prüfungen sind der Prüfungsordnung des DTK zu entnehmen.